Fünfzehn Kilometer nördlich der Bezirkshauptstadt Regensburg liegt Diesenbach. Benannt ist die Ortschaft, zu deren Einzugsgebiet auch die Weiler, Fronau, Wörhof, Edlhausen, Pressgrund, Ober- und Unterhaslach, Neuhaus, Spindlhof, Grub und Kerm gehören nach dem gleichnamigen Fluss, der aus der nördlich gelegenen Nachbargemeinde Ponholz kommend sich im Westen der Ortschaft Diesenbach vorbeischlängelt, um dann in der Nähe der Gastwirtschaft Lang-Huttner in den Regen zu münden.

Die natürlichen Verhältnisse bestimmten in früherer Zeit weitgehend die Nutzung von Gebieten. Nach der geologischen Karte von Bayern stoßen im Gebiet Diesenbach-Regenstauf zwei völlig verschiedenartige geologische Einheiten, nämlich das „Moldanubische Grundgebirge“ (Ausläufer des Bayerischen Waldes) im Osten und der „Fränkische Jura“ im Westen zusammen. Ein Höhenmessungsergebnis liegt für den Bereich der Kreuzung Eitlbrunner-Regendorfer Straße mit 336,75 m über NN vor. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei etwa 7,6 Grad Celsius. Geschützt von rauen Ostwinden durch die mit Wälder bedeckten Hügel des Vorwaldes erfreut sich der Unterlauf des Regens eines milderen Klimas als auf den Höhen der Nachbargemeinden. Menge (650 mm) und jahreszeitliche Verteilung der Niederschläge bestimmen neben den Bodenberhältnissen Art und Umfang der landwirtschaftlichen Nutzung. Eine mehrere Meter starke Sandschicht, überdeckt von einer dünnen Humusauflage, kennzeichnen die Böden im nördlichen Bereich der Ortschaft. Die Wiesen im Regental werden häufig von Hochwasser heimgesucht. Im Westen des früheren Gemeindegebietes finden wir teilweise Bodenbonitäten . Im unmittelbaren Diesenbacher Gebiet war die kleinbäuerliche Betriebsstruktur dominierend Die Selbstversorgung stand hierbei im Vordergrund. In diesem Zusammenhang muss man die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr in Diesenbach vor einhundert Jahren sehen. Brachten Naturereignisse wie Überschwemmungen, extreme Trockenheit und Hagelschlag die kleinbäuerlichen Betriebe oft in bittere Not, so bedeutete ein Brandfall häufig einen kaum mehr zu überbietenden Schicksalsschlag. Standen Gebäude in Flammen, half alles, was Hände und Füße hatte, zusammen, um zu retten, was es zu retten gab: zunächst Mensch und Vieh, dann Hab und Gut in Haus und Hof. Versicherungen im heutigen Sinne gab es noch nicht. Zu dem Solidaritätsbegriff „Feuerwehr“ zählte dann neben der „Löscharbeit“ auch, dass dem Brandleider Unterkunft, seinem Vieh Stallung und Futter in Nachbarsanwesen angeboten wurde; schließlich half man dann auch beim Wiederaufbau zusammen.

Ausgrabungen und Funde im Gebiet Diesenbach zeigen, dass der Ort und die Umgebung schon seit der jüngeren Steinzeit und in der Bronzezeit „begangen“ und teilweise auch besiedelt wurde. Im Salbuch des Amtes Regenstauf wird im Jahre 1230 erstmals „Tusenpach“ aufgeführt. Im Mittelalter entstand in Diesenbach ein Edelsitz, der in der Mitte das 16. Jahrhunders von den Herren von Perchtolzhofen verwaltet wurde. Nach mehrmaligen Besitzerwechsel kaufte das Jesuitenkolleg in Regensburg im Jahre 1677 den Besitz.

 

Es entstand ein großes Ökonomiegebäude mit Wohnungen und einer Kapelle. Das Gut hatte Herrschaftsrechte, trieb den „Zehnten“ ein, besaß die niedrige Jagdgerechtigkeit und war vom Scharwerk befreit. Der ehemalige „Zehnstadel“ ist teilweise heute noch erhalten.

 

In den letzten Jahrzehnten erfuhr das kleine Straßendorf Diesenbach eine tiefgreifende Änderung, wie sie früher in Jahrhunderten nicht zu verzeichnen war. Allein in den Jahren 1950 bis 1980 verdoppelte sich die Einwohnerzahl. Heute leben knapp 1800 Menschen im alten Gemeindebereich. Die Ortschaft Diesenbach entwickelte sich weitgehend zu einem Wohngebiet für Bewohner, die im nahen Regenstauf, in Regensburg oder in Diesenbach selbst einer Arbeit nachgehen.

 

Die frühere politische Gemeinde Diesenbach wurde am 1. Mai 1978 im Zuge der Gebietsreform in die Marktgemeinde Regenstauf eingegliedert. Beide Ortschaften hatten bereits viel Gemeinsames im kirchlichen, schulischen, kulturellen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben aufzuweisen. Dadurch verlief auch der Zusammenschluss ohne nennenswerte Komplikationen.

 

Mit dem Anstieg der Bevölkerungszahl ging auch eine Intensivierung des kulturellen, religiösen und gesellschaftlichen Lebens einher. Im Jahre 1965 erhielt die Ortschaft Diesenbach eine eigene Volksschule, welche seit 1969 als Grundschule geführt wird. Im Jahre 1971 wurde der Diesenbacher Kindergarten gegründet. Seit 1979 werden nicht mehr benutzte Räume der Volksschule ebenfalls von diesem genutzt.

 

Nachdem der Turnraum der Schule zu klein war begann man im Frühjahr 1978 mit dem Bau einer Turnhalle, die nach der Fertigstellung auch vom im Jahr 1976 gegründeten Sportverein mitgenutzt wird. Gegenüber der Turnhalle, auf der anderen Seite des Diesenbach-Flusses, errichtete die Gemeinde ein kleines Sportzentrum.

 

Am 15. Juli 1979 erhielt ein neu errichtetes Pfarrzentrum an der Sandstraße die kirchliche Segnung durch Weihbischof Vinzens Guggenberger. Das Kirchenzentrum St. Johannes, das nach den Plänen des weit über die Grenzen Bayerns hinaus bekannten Münchner Architekten Alexander Freiherr von Branca geplant wurde, ist neben der Spindlhof-Kapelle und einer 1930 in Edlhausen erbauten Kapelle das dritte kirchliche Bauwerk im alten Gemeindebereich.

 

Das Vereinsleben erfreut sich in Diesenbach besonderer Aktivität. Neben dem bereits erwähnten Sportverein besteht eine leistungsstarke Schützengesellschaft „Almenrausch“, ein Burschenverein, ein Kirchenbauverein, der Soldaten- und Kriegerverein und ein Obst- und Gartenbauverein. Im kulturellen Leben der Ortschaft sind das Volksbildugswerk und der Kirchenchor sowie im gesellschaftlichen Leben der Seniorenclub zu nennen.

 

Die Weichen für die weitere wirtschaftlich Entwicklung der Ortschaft Diesenbach und Umgebung sind günstig gestellt. Der gesamte Ortsbereich ist einer leistungsfähigen öffentlichen Wasserversorgung und einer Kanalisation angeschossen. Dadurch können eine Reihe neuer Bebauungsgebiete geschaffen werden. Mittlerweile kann in Diesenbach das umweltfreundlichere Erdgas als Energiequelle benutzt werden.

 

Die Bundesautobahn A 93, die von Regensburg nach Weiden führt wurde von der Bevölkerung mit einem lachenden und einem weinenden Auge aufgenommen. Während nunmehr über einen kurzen Zubringer und die Autobahn die Arbeitsplätze in Regensburg schneller erreicht werden können ließ sich andererseits die Lärmbelästigung durch die Autobahn, die fast vier km durch das Gemeindegebiet führt, nicht ganz vermeiden. Eine Folge des Autobahnbaues ist auch die Durchführung der Flurbereinigung. Für die Landwirte bedeutet diese Maßnahme einen nicht zu unterschätzenden Eingriff in die jahrhundertelang gewachsene Struktur. Andererseits rückten durch die Autobahn entfernt liegende Wirtschaftsräume zeitlich näher an den Ort heran. In einer guten Viertelstunde erreicht man heute mit dem Pkw und auch mit der Deutschen Bahn die Stadt Regensburg.

 

Diesenbach, der aufstrebende Ort am rechten Regenufer, eingebettet im Regental zwischen Bayerischen Wald und Jura, hat Dank seiner günstigen Verkehrslage und dem Fleiß und Zusammenarbeit seiner Bewohner die echte Chance, sich auch weiterhin positiv zu entwickeln.