„Um eine wirksame Bekämpfung von Feuersbrünsten und Katastrophen zu ermöglichen und den vorangegangenen Bränden tatkräftig begegnen zu können, welche die Bürger oft hilflos gegenüberstanden“, kamen am 15 November 1885, 22 beherzte, ortsansässige Männer zu dem Entschluss eine „Schutzgemeinschaft, die Freiwillige Feuerwehr Diesenbach, zu gründen.“

Bei dieser Gründungsversammlung wurde al 1. Vorsitzender der Bürgermeister und Ökonom Michael Helmberger und als 1. Kommandant Johann Hof bestimmt. Wie viele Beratungen vorausgegangen sein mögen , um sich über den Sinn, Zweck und den Nutzen einer freiwilligen Feuerwehr klar zu werden, ist aus der Chronik leider nicht ersichtlich.

Doch mit welchem Elan, Opferbereitschaft und Einsatzwillen diese Männer an die einmal beschlossene Sache herangingen, wird aus folgenden Zeilen klar ersichtlich. Bereits im März 1986 wurde unsere Wehr durch die Beschaffung der notwendigen Ausrüstungsgegenstände von der Gemeinde unterstützt und es wurde am 29. März 1886 eine „Löschmaschine“ bei der Maschinenfabrik Nürnberg abgeholt. Einen Tag danach, am 30. März 1886, wurden ein Schlauchwagen, eine Leiter, Äxte, Gurte, Feuereimer und Schläuche angeschafft und am 31. März 1886 schließlich fand eine Prüfung der neuen Geräte statt.

Der bis heute andauernde Tatendrang, scheint der Freiwilligen Feuerwehr Diesenbach bereits in die Wiege gelegt worden zu sein.

Im Jahre 1894 konnte bereits die erste Vereinsfahne angeschafft werden; am 2. September 1894 wurde die Weihe festlich und feierlich begangen. Dass man es auch damals bereits verstand, die Feste zu feiern, wird ersichtlich, wenn man in der Chronik blättert und liest, dass man ein drei Tage dauerndes Fest aufgezogen hat, an welchem nicht weniger als 23 Wehren mit 331 Feuerwehrmannen teilnahmen um diese Weihe des neuen Vereinsaushängeschildes gebührend zu würdigen.

Diese vorstehenden Aufzeichnungen lassen erkennen, dass in den ersten neun Jahren schon beachtliche Leistungen unserer Väter vollbracht wurden, bei denen bereits das Leitwort galt: „Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr“.

Von Jahr zu Jahr stieg die Mitgliederzahl stetig an. Die stattlichen Zahlen von 48 um die Jahrhundertwende, von 104 im Jahre 1930 und 209 im Jahre 1964 zeigten, dass eben eine Freiwillige Feuerwehr nicht nur ein Verein, sondern eine Organisation und Schutzgemeinschaft ist, welche in Gefahrenmomenten jederzeit einsatzbereit ist und im Dienste des Nächsten steht, getreu ihrem Leitsatz.

Was sich ausrüstungsmäßig weiter getan hat, ist folgenden Zeilen zu entnehmen: Bereits am 16. März 1930 wurde durch die Gemeinde eine neue Motorspritze von der Firma Obauer angekauft und der Wehr übergeben, was sich in der Chronik mit folgenden Worten liest: „Durch dieses neuzeitliche Löschgerät steht die Freiwillige Feuerwehr Diesenbach an der Spitze der Umgebung.“

Die maschinelle und sonstige Ausrüstung setzte sich dann fort im Jahre 1953 (13. Dezember) mit dem Ankauf einer modernen TS 8/8 – Ziegler-Tragkraftspritze, mit dem Kauf eines Löschfahrzeuges (VW-Bus) im Jahre 1957 (1. September), dem Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses im Jahre 1965 im Gemeindezentrum (die feierliche Einweihung erfolgte am 5. Dezember 1965 durch H.H. Pfarrer Georg Malterer (am 3. April 1973) und mit dem Ankauf des neuen Löschfahrzeuges Mercedes LF 8. Bei einem „Tag der Feuerwehr“ am 6. Mai 1973 erhielt dieses Löschfahrzeug durch Monsignore Grillmeier den kirchlichen Segen; am 28. April 1978 schließlich erfolgte der Ankauf einer weiteren TS 8.

So stationiert heute die Freiwillige Feuerwehr Diesenbach in ihrem Gerätehaus, in ihrem Arsenal, die erforderlichen Geräte verschiedenster Art, welche notwendig sind, um der Wehr die erforderliche Schlagkraft zu geben.

Die Bekämpfung von Bränden und Hilfeleistung bei Katastrophen, verlangten von den aktiven Wehrmännern immer Opferbereitschaft, steten Einsatzwillen und ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein.

Es werden hier nur auszugsweise einzelne Einsätze aufgezeigt, in welchen bereits unsere Väter sich in selbstlosem Einsatz für die Rettung von Hab und Gut des Nächsten in den ersten Jahren nach der Gründung der Wehr bewährten:

Brände im Anwesen Helmberger, Diesenbach – Ordler, Regenstauf – Meier, Unterhub – Baumer, Hochstraß – Hofherr, Diesenbach und Haffner, Eitlbrunn.

Aber nun wieder zu etwas Erfreulicherem:
Unter dem Motto „Die Feste feiern, wie sie fallen“ beging Diesenbach am 11. August 1935 die Weihe der neuen Vereinsfahne, eine Stiftung des Privatiers Franz Gruber aus München. In der „Theresienkapelle“ in Edlhausen erhielt die neue Vereinsfahne ihre kirchliche Weihe.

Bei diesem 50jährigen Gründungsfest mit Fahnenweihe am 10. und 11. August 1935 konnte man 36 Wehren in Diesenbach begrüßen und als Patenverein fungierte die Freiwillige Feuerwehr Regenstauf. Am 2. und 3. Juli 1960 beging man das Fest des 75jährigen Bestehens. Mit Bürgermeister Josef Beck als Schirmherrn, Michael Gabes als Vorsitzenden und Hans Pilz als Kommandanten sowie vielen Ehrengästen waren auch dies zwei große, unvergessliche Tage für den ganzen Ort und die nähere Umgebung.
Auch das 90jährige Gründungsfest, verbunden mit dem Kreisfeuerwehrtag des Landkreises Regensburg am 13., 14. und 15. Juli 1975, reihte sich nahtlos ein. Mit Bürgermeister Hans Graf als Schirmherrn, Ludwig Zaspel als Vorsitzenden, Hans Pilz als Kommandanten und Alois Weiß als Festleiter, stand hierbei eine Crew an der Spitze, die diese drei Tage unvergessen bleiben lassen, wobei viele langjährige Mitglieder geehrt wurden und eine Löschgruppe das Leistungsabzeichen „Gold mit Blau“ schaffte. Patenverein war hier wiederum die Nachbarwehr „Freiwillige Feuerwehr Regenstauf“ und weitere 69 Vereine feierten mit. Von den vielen Glückwünschen der zahlreichen Ehrengäste hier auszugsweise nur zwei: Kreisbrandrat Heinrich Ettl erklärte den „Kreisfeuerwehrtag des Landkreises Regensburg 1975“ als eröffnet und bezeichnete das Fest als ein Familienfest mit Jubilarehrung und Leistungsprüfung. Landrat Leonhard Deininger stellte fest, durch den Kreisfeuerwehrtag des Landkreises Regensburg erhält dieses Fest eine besondere Aufwertung und Geltung.

Einige Namen, die ein Stück Diesenbacher - Feuerwehr – Geschichte geprägt haben, sollen an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben: Michael Zaspel, Kommandant von 1899 bis 1907 und Vorstand der Feuerwehr von 1907 bis 1934, wurde 1935 zum Ehrenvorstand ernannt. Josef Hof, Kommandant von 1926 bis 1948 und Vorstand von 1948 bis 1953, der im September 1952 inmitten seiner Amtszeit als Vorsitzender plötzlich verstarb; Michael Pilz jun., Schriftführer von 1885 bis 1896, dem an dieser Stelle zu danken ist, dass eine lückenlose Einsicht in die Geschichte der Wehr vorliegt. Michael Pilz legte nämlich bei der Gründung der Wehr die Chronik an, welche auch jetzt noch nach über 100 Jahren bestens erhalten ist und noch weitere Jahrzehnte Feuerwehrgeschichte aufnehmen wird. Michael Gabes, ein Mann, der die Wehrbelange „von der Pike auf gelernt hat“; bekleidete er doch die Ämter „Vereinsdiener“, „Requisitenmeister“, Schriftführer und Vorstand der Wehr von 1953 bis 1963. Er wurde 1963 zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Schließlich Josef Beck, ein Mann dem die Feuerwehrbelange wirklich am Herzen lagen, ob als Bürgermeister oder als Kommandant von 1952 bis 1953 und Vorsitzender der Wehr von 1963 bis 1973. Im Jahre 1975 wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt; Beck tat „Alles“ – dieses Wort soll für sich sprechen – für seine Wehr, die Freiwillige Feuerwehr Diesenbach.

Diese verdienten Männer musste unsere Feuerwehr leider zu Grabe tragen. Ein Mann, der sich die Freiwillige Feuerwehr Diesenbach, zur Lebensaufgabe gemacht hat, darf hier nicht unerwähnt bleiben, nämlich Hans Pilz. Hans Pilz war von 1953 bis 1978, also ein Vierteljahrhundert, Kommandant der Wehr. Ob seiner Verdienste, die hier aufzuzählen einer gesonderten Seite bedürften, wurde er anlässlich eines Kameradschaftsabends am 18. März 1978 zum Ehrenkommandanten ernannt. Seit 1978 bis  führte er die Vereinsgeschicke als erster Vorsitzender.

Die Freiwillige Feuerwehr Diesenbach bewährte sich nicht nur in den Gründerjahren, sondern steht auch heute in ihrer Glanzzeit, in die das 100jährige Jubiläum fällt, mit ihren mehr als 400 Mitgliedern zum Schutze der gesamten Bevölkerung Tag und Nacht bereit.